“Zweimal Gyros Pita, bitte!”

Draußen breiten sich, nach einem wirklich endlos scheinenden Gewitter, nun wieder sanfte Sonnenstrahlen aus und die Wolken klären sich auf zu einem wunderschönen, blauen Sommerhimmel. Der Tau glitzert in der frühen Wärme in der Sonne und bei mir läuft ein wunderschönes, mexikanisch-kubanisches Gitarrenduo in ITunes. Besser kann es nicht sein, um sich auf den Urlaub einzustimmen. Vögelein zwitschern, in der Wohnung ist es unerträglich heiß und neben mir steht ein Glas voll mit eisgekühltem Birnensaft. Zum ersten Mal war mir heute Nacht so heiß, dass ich mit Top und Panty geschlafen habe. Und obwohl ich mich jetzt eigentlich dem riesigen Koffer und den tausend Klamotten auf meinem Schreibtisch widmen sollte, schreibe ich zuerst einmal einen frühzeitigen Reisebericht. Schließlich hänge ich ja ein wenig hinterher, wie wohl schon aufgefallen ist.

Also morgen geht es endlich los, ist es endlich so weit. Gegen viertel vor 10 und mit bestimmt einer viertel bis halben Stunde Verzögerung (Weil Mama plötzlich noch eingefallen ist, das ja noch etwas GANZ wichtiges für die Reise fehlt und nachdem Oma und Opa wie immer in Abschiedstränen ausgebrochen sind.) werden wir, nach einem Jahr Verzicht darauf, zum Flughafen fahren und einchecken. Und etwa zwei Stunden später dann auch endlich im Flieger Richtung Hellas sitzen, um meine Verabredung mit Miri zum Pita essen am Mittwoch auch einzuhalten ^^ Ich bin wirklich gespannt, denn so wie Miri sich auch schon Gedanken gemacht hat, so frage auch ich mich, ist der Ort wohlmöglich zu ruhig? Sind wir in einer Siedlung für Rentner gelandet? Werden wir uns zu Tode langweilen? Denn mal ehrlich, als Highlight des Ortes den Volleyballplatz anzugeben ist nicht gerade das, was ich mir erwartet hatte. Aber nun gut, wir haben ja Münder und hoffentlich genügend Geld dabei, dass wir noch ordentlich einen drauf machen können, sollte dies alles im Ernstfall tatsächlich eintreten. Denn auf eine nette Strandbar mit Cocktails und guter Musik möchte ich eigentlich ungern verzichten, das ist doch Pflicht in einem Südland!

Jedenfalls stehen wir nun also kurz davor und mal wieder hat man sich einfach viel zu viel Zeit gelassen, was die Planung für den Urlaub angeht. Wie besehen, sitze ich hier, es ist fast halb vier, und habe noch kein einziges Teil von meinen Klamotten in den Koffer gepackt, geschweige denn überhaupt wirklich überlegt, was ich denn nun im Endeffekt von dem Haufen hier überhaupt mitnehmen möchte. Kosmetik hat noch nicht einmal den Schrank verlassen und mein Rucksack ist immer noch nicht von der letzten Reise ausgeräumt. Wenn ich mir das alles so vor Augen führe, dann sieht es wirklich ganz schlecht aus. Ich wette, ich werde die Hälfte zu Hause vergessen. Und wenn ICH das schon tue, wie soll es dann bloß mit Johannes enden? Ich mag gar nicht weiter darüber nachdenken, denn der kühle Birnensaft ist ja sowieso interessanter.

Nach etwa einer halben Stunde, die ich damit zugebracht habe im Internet zu surfen und doch noch mal alles zu machen, was ich im Leben sonst nie tue, aber was vorm Urlaub ja eigentlich gar nicht mal so schaden kann, beschließe ich, dass es wohl besser wäre, sich nun doch allmählich dem Kofferpacken zu widmen. Aber nicht, weil es mir sonst zu knapp wird, sondern weil ich sonst das Risiko eingehen würde, den Zorn meiner Mutter auf mich zu ziehen. Die hätte ja am liebsten gehabt, dass ich schon vor einer Woche den Koffer gepackt hätte, aber das kommt ja mal gar nicht in Frage. Was soll ich denn dann die Woche anziehen. Denn mal ehrlich: Bei Jungs mag das vielleicht anders sein, aber bei uns Frauen ist es doch so, der Schrank quillt über, doch man hat nur eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken, die man tatsächlich auch anzieht. Sagen wir von hundert Teilen vielleicht 20. Und die müssen ja dann auch mit. Wenn man diese 20 Teile jetzt also vor einer Woche in den Koffer gepackt hätte, ja was wäre dann gewesen? Der Kleiderschrank wäre quasi leer gewesen. Mal abgesehen von den 80 Teilen, die man sowieso nicht anzieht. Wir haben Probleme..

Und sowieso sollten ja auch am besten alle Schuhe mit. Egal, dass es in Griechenland ja fast 45 Grad ist, aber vielleicht kann man die beinahe kniehohen Stoffstiefel ja doch noch mal gebrauchen… ich meine, wer weiß??? 

;)

Langsam fange ich an zu begreifen, dass, wenn ich alles, was sich hier auf meinem Schreibtisch angesammelt hat, mitnehmen würde, der Koffer erstens Mal, gar nicht zugehen würde und zweitens Mal, sowieso viel zu schwer wäre. Das wäre dann Sperrgepäck. Aber eigentlich ist das ja auch nicht so schlimm.. immerhin hätte man dann alles dabei und doch eh die Hälfte zu Hause vergessen. Wieso denkt man eigentlich immer, dass man Dinge, die man vor zwei Jahren das letzte Mal angeschaut hat, irgendwie im Urlaub verwehrten könnte? So ein Schwachsinn. Aber es könnte doch sein, dass….. ach, hör endlich auf damit!

So. Jetzt weiß ich also, dass mindestens die Hälfte von dem, was ich mitnehmen werde, völlig sinnlos sein wird. Und dass ich bei 14 Tagen auch sowieso maximal eigentlich auch nur 14 Oberteile bräuchte. Dann wäre der Koffer schön leer und wir hätten keine Probleme wegen diesen bescheuerten 20 Kilo. Aber mal im Ernst… 14 Oberteile? Für jeden Tag eins? Und wenn ich kleckere? Und außerdem kann man doch nicht mit den Strandsachen abends noch weggehen… kommt gar nicht in Frage. Also sind es jetzt mindestens 28 Oberteile, die ich mitnehme. Eins für morgens zum Strand und eins für abends. Aber da man ja als Frau auch gerne eine gewisse Auswahl zur Verfügung hätte beschränkt sich die Zahl der mitzunehmenden Oberteile dann mal so auf knapp… 35-40. So läuft ein Urlaub. Und dann wird natürlich auch noch jede Menge an Creme, Duschgel, Shampoo und Haarspray mitgenommen. Schließlich will man ja auch im Südland gut aussehen, auch wenn einen dort keiner kennt. Besonders nicht in einem so kleinen Ort, wie Psakoudia. Wohingegen Männer also locker mit einem Duschgel auskommen, was für Körper und Haar in einem ist, braucht Frau ein Shampoo für die Haare, vielleicht sogar noch eine Spülung oder eine Haarkur. Schließlich wird das Haar ja auch strapaziert durch Sonne, Meersalz und Chlor. Kommen dazu Duschgel und, bei ganz exquisiten Damen, noch ein Schwämmchen, damit sich das auch besser verteilen kann. Möglicherweise soll es sogar ab und zu dazu kommen, dass manche Frauen Rasiergel mit sich führen für die Bikinizone. Aber dazu zähle ich mich nicht. Aber trotzdem natürlich der gute Venus Vibrance von Gillette! Der darf auf gar keinen Fall im Gepäck fehlen. Sprächen wir jetzt von mir, so müsste natürlich noch irgendetwas für die Haare nach dem Waschen eingepackt werden. So für mich “Volume up – Volume Booster Spray” von Clairol Professional. Mein gutes Föhnspray, was sich auch im letzten Urlaub sehr bewiesen hat. Und dann natürlich noch Haarspray. Dann noch Aprés Sun Creme, Nagellack (Warum auch immer, bei meinen kurzen Nägeln…), Parfum, am besten zwei oder drei, damit man nicht jeden Tag gleich riecht und Deodorant für die “schönen Achseln”, wie es ja immer in der Werbung so schwärmerisch heißt, von denen ich aber bis jetzt noch nicht viel gesehen habe.

Wollen wir mal, den Männern, die das hier lesen zuliebe, nicht all zu weit abschweifen in die Welt der Kosmetik und Kleidung, aber ihr seht… so ein Urlaub ist gar nicht mal so einfach, wie ihr denkt ,da braucht frau eine Menge Geduld und Zeit zum Nachdenken. Denn was im Endeffekt mitgenommen wird, das will gut überlegt sein. Und zur Not packt man lieber zwei Cremes und zwei Handtücher mehr ein. 

“WAT, Handtücher? Die bekommt man doch im Hotel.” Jahaa.. bekommt man auch, aber die sind zum Duschen und nicht für den Strahand. Und außerdem muss man immer mal ein Reservehandtuch haben, weil eins nach dem Duschen einfach nicht raheicht! *besserwisserisch*

Ich sehe auf die Uhr und habe mich natürlich wieder gnadenlos verquatscht. Allmählich sammelt sich mehr auf meinem Tisch an, als mir lieb ist.. der Berg ist durch meine Tipperei langsam aber sicher ins Wanken geraten und ich sehe zu, sie sich die oberen Shirts schon langsam verabschieden. Jetzt ist es wohl wirklich langsam Zeit, dass ich die Sachen in den Koffer werfe, nur um zu sehen, dass noch eine ganze Menge Platz darin ist, den ich mit viel mehr sinnlosen Dingen noch auffüllen kann. Prima, na dann kann es ja losgehen…

Wo sind eigentlich die Reiseunterlagen..?

Eine Antwort

  1. Vergiss nicht, den Koffer nach dem Packen auf die Waage zu stellen… 20kg sind ganz schön wenig! ;)

    Letztlich greift aber auch im Urlaub die 80:20 Regel – mit einem Fünftel der Klamotten die man mitgenommen hat kommt man 80% der Zeit aus. Meistens sind das eh die Badesachen.

    Viel Spass wünsche ich euch!
    Andrea

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